Internationaler Decken–Näh–Tag zum 100 jährigen Bestehen des MCC (Mennonitisches Central Committee)

Der Patchworktag am 18. Januar in unseren Gemeinderäumen war eine fröhliche, bunte Veranstaltung. 45 Frauen voller Tatendrang und eine Fülle an Materialien ließen eine Decke nach der anderen entstehen.

Wie kamen wir auf diese Idee?

Seit genau 100 Jahren schickt das MCC, ausgehend von den Nordamerikanischen Mennonitengemeinden, Hilfsgüter in die Krisenherde der Welt. Von Anfang an waren die so genannten „Comforters“ ein wesentlicher Teil der Materialspenden. Daher wurde die Idee geboren einen großen Jubiläums – Näh – Tag zu veranstalten.

Nicht nur in Nordamerika, sondern auch in ganz Europa schlossen sich Gruppen mit an. Ihr wisst ja, wie gerne wir als Patchworkgruppe an den Decken arbeiten. So fiel es uns auch in Regensburg nicht schwer, uns für diese Idee des internationalen Näh-Tages zu begeistern.

Wir konnten an dem Tag Frauen aus Regensburg und Umgebung, Schwandorf und Ingolstadt begrüßen,  und mit großem „Hallo“ auch die Frauen aus Knezmost in Tschechien, mit denen wir seit vergangenem Jahr in guter Verbindung stehen. Alle freuten sich auf viele Stunden voller Kreativität.

Mit einer Begrüßungsrunde eröffnete Christa Werner den Tag und Liesa stellte das MCC vor und erläuterte einige Hintergründe. Im Bewusstsein der Verbundenheit mit Patchworkerinnen an verschiedenen Orten machten wir uns alle an die Arbeit.

Im Vorfeld hatten wir darüber beraten wie wir es wohl schaffen könnten, dass jede Frau einen guten Einstieg in eine Aufgabe und einen Platz für sich findet. Das war nun alles kein Problem mehr. Im Nu hatte jede etwas zu tun: Stoffe schneiden, Muster auslegen, nähen, Vlies einlegen, Lagen heften, knüpfen, Ränder säumen usw. Es war eine Freude aus dem Vollen schöpfen zu können, denn viele Stoffe und Quadrate hatte Brunhilde Horsch mit den Schwandorfer Frauen schon vorbereitet.

Verständigungsprobleme gab es auch keine, denn Jana übersetzte ins Tschechische oder wir probierten es mit Englisch oder Händen und Füßen. Die Frauen aus Knezmost haben es am Ende wirklich geschafft, einen ganzen Quilt vom ersten Quadrat bis zur letzten Naht fertigzustellen, und das ist eine tolle Leistung.  Erst danach wollten sie sich verabschieden und auch der Busfahrer war so freundlich, ganz geduldig zu warten.

Ein solcher Tag will gut vorbereitet sein. Bei Christa Werner liefen alle Fäden zusammen und sie hat mir vielen liebevollen Ideen und einer durchdachten Raumaufteilung für einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Bekocht wurden wir phantasievoll und hervorragend von Benni Isaak-Krauss und Team.

Dankbar für einen wunderbaren Tag bleibt das Bewusstsein, mit den Decken, die voraussichtlich Ende des Jahres nach Jordanien geschickt werden, Wärme, Geborgenheit und Aufmerksamkeit für Menschen in Not zu geben.

Wie kommen die Decken zu den Menschen, die sie brauchen?

Zu diesem Thema konnten wir uns 4 Wochen später, am 13. Februar informieren. Eine 5köpfige Delegation des MCC war auf Deutschlandreise und hat in Regensburg Station gemacht. James Wheeler, der mit seiner Frau, Linda, in Jordaniens Hauptstadt Amman lebt, und die Verteilung der Hilfsgüter dort verantwortet, erläuterte die Vorgehensweise. Wie die Transportwege und Kontrollen ablaufen und wie sie versuchen Kontakt zu den verstreut lebenden Flüchtlingsfamilien aufzunehmen.

Das Bild einer Mutter von mehreren Kindern werde ich nicht vergessen. Bisher hatten sie nur eine Unterlage  auf dem Betonboden in ihrem Quartier. Mit den Decken können sie sich nun auch zudecken, worüber sie zu Tränen gerührt ist.

Ja, genau deshalb werden wir uns weiterhin treffen und immer weiter Decken nähen.

Ellen Risser-Horsch